Der GANDT Fireside Chat diskutiert die Auswirkungen von Corona auf die Digitalisierung und die sich daraus ergebenden Chancen für Unternehmen, insbesondere im Bereich des Online-Handels und der digitalen Transformation.
Abstract
Im Rahmen des GANDT Fireside Chats wird die aktuelle Lage der Covid-19-Pandemie und ihre Rolle als Katalysator für die Digitalisierung von Unternehmen beleuchtet. Es wird hervorgehoben, dass die Krise eine Notwendigkeit für Offline-Unternehmen schafft, digitale Kanäle zu nutzen und zu erweitern. Beispiele wie ManoMano und Bob's Watches zeigen, wie Unternehmen durch Online-Plattformen und Affiliate-Programme neue Märkte erschließen und ihre Reichweite vergrößern können. Der Chat betont die Bedeutung von einfachen digitalen Lösungen für KMUs und präsentiert Fallstudien aus der Gastronomie und dem Einzelhandel, die auf Lieferdienste und Online-Buchungstools umgestiegen sind. Amazon wird als Beispiel für ein Unternehmen genannt, das versucht, das Kaufverhalten zu steuern, um die Nachfrage zu regulieren. Die Teilnehmer des Chats ermutigen Unternehmen, kreativ zu sein und in digitale Marketingmaßnahmen zu investieren, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.
Opinions
Die Corona-Pandemie bietet eine einzigartige Chance für Unternehmen, ihre digitalen Kapazitäten zu erweitern und neue Wege in der Kundenkommunikation und im Vertrieb zu gehen.
Unternehmen, die jetzt nicht in die Digitalisierung investieren, verpassen eine wichtige Gelegenheit und riskieren, im Wettbewerb zurückzubleiben.
Die Digitalisierung muss nicht kompliziert sein; einfache Lösungen wie WhatsApp Business oder Buchungstools wie Ac
In der ersten Runde des GANDT Fireside Chats tauschen wir uns über die aktuelle Situation mit dem Covid-19 Virus aus und welche Chancen dadurch zur Digitalisierung für Offline Unternehmen entstehen.
Getreu unserem Motto “Working Out Loud” tauschen wir von GANDT Ventures in der jetzigen Situation digital über aktuelle Themen aus und decken Chancen auf, die für Unternehmen und Daily-Business genutzt werden können.
ManoMano, der DIY online Möbelhändler — Chancen für Unternehmen
ManoMano ist ein französischer DIY Online Möbelhändler und existiert bereits seit 2013. Das Unternehmen hat Anfang 2020 125 Millionen Euro in einer Investitionsrunde gesammelt und möchte sich nun während der Corona Krise auch in Deutschland etablieren.
Somit stellen sie sich den deutschen Marktführern OBI, Hornbach und Co., trotz der aktuell schwierigen Marktsituation, als möglicherweise große Konkurrenz.
ManoMano ist derzeit in Deutschland noch relativ unbekannt und hat bisher lediglich 1400 Instagram Followers.
Das Online Möbel- und Handwerksgeschäft bietet eigene Produkte an und ist somit der deutschlandweiten Möbel- und Baubranche in der Online Präsenz einen großen Schritt voraus.
Facts: ManoMano belieferte im Jahr 2020 3,5 Mio Kunden und hat mittlerweile europaweit 2500 Händler und Hersteller, deren Produkte sie auf ihrer Plattform vertreiben. 2019 hat ManoMano einen Jahresumsatz von 620 Mio Euro erreicht.
Durch die Zwangsschließungen, die wir in der Krise erleben, liegt hier großes Potenzial die eigene Online Plattform zu verbessern um so den Kontakt zum Kunden aufrecht zu erhalten.
Es wird sich nun in den nächsten Monaten rausstellen ob und wie ManoMano von einem Gewinn an Reichweite profitieren kann und inwiefern Corona eine Chance oder evtl. auch eine Bremse darstellt.
Affiliate Programm von Bob’s Watches
Auch in anderen Bereich wie beispielsweise beim Online-Marktplatz für den Wiederverkauf und Handel von Luxus-Uhren, zeigt sich die aktuelle Situation als Chance.
Einer der größten online Uhren-Marktplätze in der USA, Bobs Watches, hat kürzlich den Start eines eigenen Affiliate Programmes “Partners in Time” bekanntgegeben.
Der Fokus liegt vor allem darin, kleineren Unternehmen die Möglichkeit zu eröffnen, ihren Kunden eine größere Produktpalette anbieten zu können und somit zusätzliche Einnahmen generieren zu können.
Neben der Chance Produkte anzubieten und so währen der Covid- 19 Krise auch neue Kundensegmente zu erreichen, können lokale Retailer auch durch die Übernahme der Logistik von dem Affiliate Programm profitieren.
Besonders für Unternehmen, die nicht für den Versand ihrer Waren aufgestellt sind, ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten da die eigene Ware direkt durch Bobs Watches verschickt wird.
Somit kann auch für kleinere Shops der erste Schritt in die Digitalisierung unkompliziert und ohne größeren Aufwand vollzogen werden.
Der Zeitpunkt für den Launch von Bobs Watches Affiliate Programm ist sicher etwas ungewöhnlich aber genau jetzt können die lokalen und kleineren Händler die Chance nutzen mit wenig Aufwand ihre Produkte online anzubieten und ihre Brand zu präsentieren.
Covid 19 als Aktionstreiber für die Digitalisierung
Der Schritt zur Digitalisierung ist für unzählige Unternehmen eine große Überwindung und mit viel Aufwand verbunden. Dennoch werden sie nun durch die Krise automatisch dazu gezwungen, sich zu bewegen und zu handeln.
Ende letzten Jahres waren laut der Bitkom-Studie „Digital Office im Mittelstand 2019" „nur 19% des Mittelstandes für eine umfassende Digitalisierung der Büroarbeit softwareseitig aufgestellt”.
Ein Großteil der mittelständischen Unternehmen arbeiten noch mit Konzepten, welche Papier und Kopiergerät benötigen und deren Dokumente nur zum Teil oder nicht digitalisiert sind.
Durch Covid-19 und die damit verbunden Einschränkungen kommt es jetzt zu einer Art Zwang zur Digitalisierung, um auch weiterhin bestehende Kunden bedienen zu können. Das eigene Portfolio muss erweitert werden, um der drohenden Existenz-Krise Herr zu werden.
>> Wenn Unternehmen jetzt nicht kreativ werden und handeln, haben sie die gegebene Chance nicht verstanden. <<
Auch in unserer Branche hat es in den letzten Wochen enorme Veränderungen gegeben und wir sehen eine Verschiebung der Prioritäten, worunter zumeist die Bereiche des Marketing, der Kommunikation und der Neukunden-Akquise leiden.
Die Angst, Investitionen in digitales Marketing zu tätigen, ist nachvollziehbar, allerdings wird so die Wiederaufnahme der Kommunikation nach der Krise um einiges erschwert.
Innovative Player, die gerade jetzt laut kommunizieren und sich präsentieren, werden diejenigen sein, welche von dieser Chance profitieren.
Implementierung einfacher digitaler Lösungen für KMUs
Um sich digital gut aufzustellen, muss es auch nicht die komplizierteste Lösung oder Software sein. Kundenbestellungen per WhatsApp Business anzunehmen oder ein einfaches und benutzerfreundliches Hilfsangebot wie das Buchungstool Acuity Scheduling zu nutzen, brechen die Barriere in die Digitalisierung.
Von diesen einfachen und und gut umsetzbaren Lösungswegen gibt es eine Vielzahl am Markt und eröffnet so die Möglichkeiten, sich auf einfachem Weg einen Schritt weiter zu digitalisieren.
Der Mehrwert, der langfristig durch eine Digitalisierung des Unternehmens erreicht werden kann, wird oft unterschätzt.
Case Study | Food Delivery, Gastronomie und Supermarkt Lieferservices
Für die Gastronomie gelten seit Corona ganz neue Regeln: Restaurants und Cafés müssen schließen, lediglich Auslieferungen und Abholservices sind noch erlaubt.
Somit können auch hier Restaurants und Cafés mit der Präsenz auf beispielsweise Social Media (Facebook, Instagram, Twitter etc.) die Versorgung ihrer Bestandskunden sichern und dies mit nur sehr wenig Aufwand.
Auch die deutschen Lieferservices von Supermärkten wie Rewe, Edeka Bringmeister, Picnic oder auch Amazon Fresh sind hoch im Kurs.
Laut Google Trends ist beispielsweise das Suchvolumen nach dem Lieferservice von Rewe, seit dem Peak am 20. März schon wieder zurück auf das Ausgangsniveau vor der Corona Krise gefallen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, den Kunden abzufangen und eine zufriedenstellende Belieferung in bestmöglicher Qualität sicher zu stellen.
Ein Lock-in-Effekt kann somit vermieden werden und der Kunde bleibt erhalten.
Amazon bremst Angebot
Ganz anders sieht es jedoch bei Amazon aus. Der börsennotierte Online Marktplatz versucht seine Kunden dazu zu bringen, weniger zu kaufen und hat die Angebotsseite und Produkte Empfehlungen von seiner Homepage entfernt.
Darüber hinaus hat Amazon die häufig zusammengekaufte Liste für jedes Produkt entfernt und akzeptiert keine neuen Rabattgutscheine von Marken mehr. Das Unternehmen hat diese Änderungen in den letzten 30 Tagen umgesetzt und versucht jetzt seine Geschäftstätigkeit und damit auch die Verbraucherausgaben auf das Wesentliche, und somit auf die stark nachgefragten Güter zu konzentrieren.
Insgesamt sind die Ausgaben für Amazon aber gestiegen, obwohl das Unternehmen proaktiv versucht hat, das Umsatzwachstum zu verlangsamen.
Dies ist ein etwas anderes Beispiel von einem Unternehmen in der Krise, welches vom Problem des Kundenverlusts nicht betroffen ist.
Agenda | GANDT Fireside Chat Video
01:21 Case Study ManoMano, der DIY online Möbelhändler